Habe kürzlich eine portable Spielkonsole mit dem Namen “Dingoo A320″ gekauft. Das kleine Gerät bestellte ich online bei einem Chinahändler (über ebay). Die Gesamtkosten beliefen sich auf 68 € (Versandkosten waren bereits im Preis inkludiert), die ich unkompliziert per PayPal beglich. Der Versand von China nach Österreich dauerte ca. 2 Wochen und verlief in Anbetracht der Entfernung sehr schnell. Nach dem Erhalt der Ware, musste ich jedoch beim Öffnen des Päckchen feststellen, dass die Verpackung des Dingoo A320 auf diversen Ecken bereits durch den Transport leicht beschädigt wurde. Das Gerät selber wies dabei keine Anzeichen von Beschädigung auf. Folgendes Zubehör wurde zur portablen Spielkonsole mitgeliefert:
- Kopfhörer (Farbe: weiß)
- TV Kabel (mit den Anschlüssen: Rot, Gelb und Weiß)
- Chinesischer Netzstecker mit USB (hierzulande nicht verwendbar)
- USB Kabel (hiermit auch das Aufladen über PC, Notebook möglich)
Das durchaus üppige Zubehör lässt keine Wünsche mehr offen. Den Dingoo A320 gibt es sowohl in den Farben weiß und schwarz, wobei ich mich für die schwarze Variante entschieden habe. Beim Herausnehmen des Gerätes stellte ich schnell fest, dass er kleiner ist, als ich mir ihn vorgestellt habe. Ebenso ist das Gewicht des Dingoo’s äußerst gering. Der interne Akku befand sich bereits im Gerät und lässt sich nicht durch eine Abdeckung mit der Hand entfernen. Bevor ich fortfahre, zunächst einmal die Daten:
| Bezeichnung: | Dingoo A320 |
| Display: | 320 x 240 Pixel16 Bit Farbtiefe |
| OS: | Linux Distribution |
| CPU: | Ingenic JZ4732, 400 MHz |
| Interner Speicher (GB): | 4 |
| Arbeitsspeicher (MB): | 32 |
| Akku: | 1700 mAh, Li-Ion, ca. 7 h Laufzeit |
| Gewicht: | 110g |
| Abmaße: | 125 mm × 55,5 mm × 14 mm |
| Besonderheiten: |
Mikrofon, TV – Anschluss, Lautsprecher, erweiterbar durch miniSD Karte |
| Preis (ca.) | 68 € |
Eingeschalten wird der Dingoo A320 über einen Schieberegler auf der rechten Seite. Nach dem Start, sieht man ähnlich der PSP oder einem MediaCenter eine gut aufbereitete GUI (Graphic User Interface), welche folgende Hauptfunktionen beinhaltet:
- Game Center (Spielbereich)
- Movie Center (betrachen von Filmen)
- Audio Center (Abspielen von Audiodateien, wie z.B. Mp3s)
- Radio (Abspielen des Radios – FM)
- Record (Aufnahmefunktionalität)
- TV Connect (TV Ausgabe)
- Browser (Anzeigen, Bearbeiten und Löschen von Dateien)
- Settings (Geräteeinstellung)
Gleich zu Beginn stellt man fest, dass durch das Steuerkreuz in den Menüpunkten navigiert wird und mit der Taste A bestätigt wird. Für das “Zurück” ist die Taste B zuständig.
Im Game Center stehen die Unterpunkte 3D Spiele und Klassische Spiele zur Verfügung, wobei hier die Sinnhaftigkeit von 2 Menüpunkten sicher in Frage gestellt werden kann. Grundsätzlich sind unterschiedliche Emulatoren installiert, wie z.B. NES, GBA, SNES, NEOGEO, CSP1 … (Es befinden sich bereits etliche ROMs auf dem Gerät. Rechtlich gesehen ist dies mit Sicherheit verboten und ich vermute, dass Dingoo bald aufgefordert wird, dies zu unterlassen). Unter 3D Spiele befinden sich natürlich auch einige freie Spiele wie z.B. 7days, Snake … . Jeder Spielstand kann zu einer beliebigen Zeit gespeichert/geladen werden. Das Emulatormenü wird mit gleichzeitigen Drücken von Start und Select aufgerufen. In diesem, kann auch die Tastaturbelegung sowie die Lautstärke geregelt und eingestellt werden. Diese Funktionalitäten können zusätzlich mit Schnellwahltasten angesteuert werden (dabei wird der Einschaltriegel nach oben gedrückt + die jeweilige Taste für entsprechende Funktionalität).
Im Movie Center können Filmdateien und Flashinhalte betrachtet werden. Dabei werden die gängigsten Codecs, wie z.B. DivX unterstützt. Das Laden am Anfang eines Filmes dauert jedoch unter Umständen etwas länger (meistens um die 10 s), danach können jedoch Filminhalte (natürlicherweise keine HD Inhalte) ruckelfrei wiedergegeben werden. Auch das Vor- und Zurückspulen funktioniert problemlos, welches durch langes Drücken der Steuerungstaste (rechts, links) ausgelöst wird.
Das Audio Center ist sehr einfach aufgebaut. Beim Abspielen eines Musikstückes wird neben den Titel, die Dauer und eine Visualisierung mittels Streifen angezeigt. Die internen Lautsprecher sind nur bedingt tauglich und kann mit Handylautsprecher verglichen werden. Über Kopfhörer kann das Gerät jedoch mit sehr gute Klangeigenschbraften überzeugen.
Unter dem Menüpunkt Radio, kann man wie nicht anders zu erwarten Radio hören oder Radio Sender einstellen. Zusätzlich steht aber auch eine Radioaufnahmefunktion zur Verfügung. Desweiteren ist es auch möglich, ohne angeschlossene Kopfhörer Radio zu hören (mit etwas schlechterer Empfangsqualität, aber durchaus in Ordnung).
Unter Record kann man mittels vorhandenen Mikrofoneingang eine Sprachaufzeichnung durchgeführt werden. Die maximale Aufnahmedauer beschränkt sich auf 60 Minuten.
Bei dem Menüpunkt TV-Connect kann eine Verbindung zu ihrem TV Gerät hergestellt werden um diverse Inhalte auszugeben. In Anbetracht des “relativ” kleinen Displays ist diese Funktionialität kaum wegzudenken. Videoes oder Spiele können aber auch jederzeit durch Drücken der Schnellwahltasten am TV Gerät angezeigt werden. Leider ist das mitgelieferte Videokabel zu kurz geraten. Dadurch muss man unmittelbar vor dem TV Gerät sitzen um die Spielkonsole zu bedienen. Die Skalierung und Ausrichtung am Ausgabegerät ist akzeptabel, könnte jedoch besser sein.
Unter Menü Browser können Dateien einfach gelöscht, bearbeitet oder verschoben werden.
Unter Settings können diverse Einstellungen bzgl. Farbschema, Sprache uvm. getroffen werden. Außerdem kann überprüft werden, welche Version des OS vorhanden ist.
Bei mir war es noch die ältere 1.1 Version, die ich später auf 1.2 upgedatet habe. Dabei wurden zahlreiche Bugs beseitigt, wie z.B. das Ruckeln beim Abspielen eines Videos. Außerdem steht in der Version 1.2 zusätzlich die Sprache Deutsch zur Verfügung. Hierbei stellt leider die Kodierung der Umlaute ein Problem dar, sodass diese nicht richtig angezeigt werden.
Bei der Verbindung per USB wurde das Gerät zunächst nicht erkannt. Schuld daran war, dass unter Windows 7 (RC) eine Datei fehlte. Durch Herunterladen der Datei USBSTOR.sys und anschließendes kopieren in C:/Windows/system32/drivers/ konnte das Problem gelöst werden (Datei Download). Windows 7 RTM sollte laut diversen Forenberichten aber problemlos mit den Dingoo eine Verbindung aufbauen. Außerdem funktioniert auch bei Windows XP die Anbindung des Gerätes auf Anhieb.
Fazit:
Das für chinesische Verhältnisse äußerst hochwertige Gerät, weißt nur wenige Schwächen auf. Leider ist der Klang der internen Lautsprecher äußerst miserabel und auch der Bildschirm hat nur eine Auflösung von 320 x 240 Pixel, wobei dadurch die Pixelstrukturen doch deutlich zu sehen sind. Sonst ist der Dingoo A320 sehr empfehlenswert und eine gute Alternative zu teuren Geräten wie der Sony PSP oder dem Nintendos DS.
Links:
- Offizielle Website (englisch)
- Inoffizielle Service-Website mit herunterladbaren Inhalten (englisch)
- Dingoo A320 Wiki (englisch)
- Dingoo A320 Neuigkeiten & Downloads (englisch)
- Wikipedia Seite (deutsch)